Die komfortable Variante: Desinfektions- und Entkalkungs-Set
Wer es sich einfacher machen will, nimmt statt zweier Durchgänge mit Hausmitteln ein aufeinander abgestimmtes Set. Ich nutze dafür die Kombination aus DEXDA Clean und KXpress von WM aquatec.
Der Unterschied zu meinem Hausmittel-Ablauf liegt in zwei Punkten:
- DEXDA Clean arbeitet mit Chlordioxid statt Chlor*. Das Konzentrat löst Biofilm und desinfiziert Tank, Leitungen, Armaturen und Boiler. Die Formel ist pH-neutral und dadurch materialverträglich. Der große Vorteil gegenüber Chlorreiniger: Chlordioxid hinterlässt keinen Beigeschmack, du musst also nicht fünfmal nachspülen.
- KXpress ist der Entkalker* und basiert auf reiner Zitronensäure. Er löst Kalk in Boiler, Leitungen und Armaturen und entzieht Bakterien damit den Nährboden.
Das Praktische: Beide Mittel lassen sich gleichzeitig anwenden. Du sparst dir einen kompletten Durchgang. Den Boiler während der Einwirkzeit nicht aufheizen.
WM aquatec Entkalker KXpress bis ca. 160 Liter Tankgröße (250 ml)
★★★★★★★★★★
4,5 (147)
- Entkalkt rückstandslos das komplette Frischwassersystem – Tank bis Pumpe
- Natürlicher Wirkstoff aus Zitronensäure – schonend und effektiv
- Für Tankgrößen bis 160 Liter – 250 ml ergeben 20 Liter Entkalkerlösung
- Beseitigt unangenehme Gerüche im gesamten Wassersystem
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Angemischte DEXDA-Clean-Flaschen halten sich bei kühler, dunkler Lagerung übrigens rund drei Monate, ohne an Wirksamkeit zu verlieren. Am besten im Kühlschrank aufbewahren.
Boiler und Legionellen: der vergessene Teil des Systems
Der Frischwassertank steht immer im Mittelpunkt. Hygienisch heikler ist aber oft die Warmwasserseite. Legionellen vermehren sich am besten zwischen etwa 25 und 45 Grad. Genau da liegt ein Boiler, der auf lauwarm läuft oder nach dem Duschen tagelang langsam abkühlt.
In unserem alten Wohnmobil hatten wir einen Truma-Boiler mit den Stufen 40 und 60 Grad. Daraus habe ich zwei Regeln mitgenommen:
- Den Boiler regelmäßig auf 60 Grad heizen, etwa einmal pro Woche, und das heiße Wasser danach durch alle Warmwasserhähne laufen lassen. Vorsicht, Verbrühungsgefahr.
- Den Boiler bei Nichtnutzung leeren. Lauwarmes Standwasser über Wochen ist die schlechteste Variante.
Im Expeditionsmobil haben wir heute einen Durchlauferhitzer. Der heizt das Wasser erst bei der Entnahme, warmes Wasser steht also nicht im Speicher herum. Das nimmt dem Thema viel von seinem Schrecken.
Beim Reinigen des Tanks gehört die Warmwasserseite trotzdem immer dazu. Ein sauberer Tank mit verkeimtem Boiler bringt dich nicht weiter.
Trinkwasserschlauch, Einfüllstutzen und Wasserhahn
Diese drei Stellen werden gern vergessen, dabei sitzen hier oft die Keime.
Fang beim Schlauch an. Ein Gartenschlauch hat am Wassertank nichts verloren. Er ist nicht für Trinkwasser gedacht, kann Weichmacher abgeben und liegt meist mit Restwasser zusammengerollt im Schuppen. „Lebensmittelecht“ steht auf vielen Schläuchen, geprüft ist das aber oft nicht. Ich achte deshalb auf die KTW- und die DVGW-W270-Zulassung. Die gibt es nur, wenn das Material für Trinkwasser getestet wurde. Wir befüllen mit einem zertifizierten Trinkwasserschlauch* von Quarzflex, 1/2 Zoll, mit Geka-Klick-Kupplungen. Einen günstigeren Schlauch ohne Zertifikat hatte ich vorher, dem habe ich aber nicht getraut.
- Nach Gebrauch leer laufen lassen, trocknen und in einer eigenen Box lagern. Nicht feucht zusammengerollt im Staukasten.
- Schlauchenden nicht auf den Boden legen. Vor dem Befüllen kurz laufen lassen und die Kupplung abspülen.
- Einfüllstutzen und Deckel gelegentlich mit Zitronensäurelösung abwischen. Dichtungen sind ein beliebter Nährboden.
- Den Perlator am Wasserhahn abschrauben und entkalken. Dort sitzt oft ein überraschend fester Belag.
zertifiziert
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Trinkwasserkonservierung im Wohnmobil: wann sie sinnvoll ist
Unter Konservierung versteht man, dem Wasser im Tank ein Mittel zuzusetzen, das eine Wiederverkeimung über längere Zeit verhindert. Wichtig ist die Abgrenzung: Ein Konservierungsmittel ist kein Reiniger. Es hält sauberes Wasser sauber, entfernt aber keinen bestehenden Biofilm und macht ein vernachlässigtes System nicht wieder gut.
Wenn Tank und Leitungen sauber sind, halte ich eine Konservierung nicht für nötig. Wir hatten früher ein Silbernetz im Tank. Heute nicht mehr: Wir filtern beim Befüllen und verbrauchen das Wasser ständig, da steht das Wasser nicht lange im Tank.
Sinnvoll wird Konservierung in drei Situationen:
- wenn das Wohnmobil zwischen zwei Reisen länger als 1 bis 2 Wochen mit derselben Wasserfüllung steht
- auf Reisen in warme Länder, wo das Wasser im Tank dauerhaft warm ist
- wenn du Wasser aus unsicheren Quellen tanken musst
Silberionen zur Wasserkonservierung: Rechtslage und Debatte
Der Klassiker zur Konservierung sind Produkte mit Silberionen. Dazu gibt es Verunsicherung, und die möchte ich hier ehrlich auflösen, statt sie zu übergehen.
Was die Trinkwasserverordnung sagt
Silber und Silberchlorid waren bis 2017 in der Liste der zulässigen Aufbereitungsstoffe nach der Trinkwasserverordnung geführt – allerdings schon damals nur „bei nicht-systematischem Gebrauch im Ausnahmefall“. Mit der 19. Änderung vom Dezember 2017 wurden sie aus dieser Liste gestrichen. Die Liste wird vom Umweltbundesamt geführt und im Bundesanzeiger veröffentlicht: Umweltbundesamt – Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren (§-20-Liste)
Was das praktisch bedeutet:
- Der Geltungsbereich der Trinkwasserverordnung liegt in der Wasserversorgung, die Wasser an Dritte abgibt. Für den rein privaten Gebrauch im eigenen Wohnmobil ist die Verwendung weiterhin zulässig – das hat unter anderem die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bestätigt.
- Nicht zulässig ist es, so behandeltes Wasser an Dritte weiterzugeben – also an Mitreisende oder den Stellplatznachbarn.
- Produkte dürfen nicht mehr mit einer Konformität zur Trinkwasserverordnung werben. Wenn du eine Packung mit so einem Aufdruck in der Hand hältst, ist die Angabe veraltet.
Die Produkte sind also völlig legal im Handel und für dich privat nutzbar.
Die gesundheitliche Bewertung ist umstritten
Und hier wird es interessant, denn es liegen unterschiedliche Einschätzungen vor. Ich halte es für fair, dir beide Seiten zu zeigen, damit du selbst entscheiden kannst.
Dafür: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich in seiner Stellungnahme Nr. 024/2010 vom 28. Dezember 2009 mit Silbersalzen zur Trinkwasserkonservierung befasst und kam zu dem Ergebnis, dass gegen deren Einsatz keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Zugrunde lag ein Worst-Case-Szenario: Eine Person könnte 70 Jahre lang täglich zwei Liter Wasser mit der zulässigen Höchstkonzentration von 0,080 mg Silber pro Liter trinken, ohne dass daraus gesundheitliche Bedenken entstehen. Die WHO empfiehlt einen Höchstwert von 0,1 mg Silber pro Liter Trinkwasser. Die Stellungnahme kannst du hier nachlesen: BfR-Stellungnahme Nr. 024/2010 (PDF)
Dagegen: Dieselbe BfR-Stellungnahme empfiehlt Herstellern, auf nanoskaliges Silber in Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs zu verzichten, bis die Datenlage eine abschließende Risikobewertung zulässt – und weist darauf hin, dass eine Re-Evaluierung der Verwendung von Silber zur Trinkwasserkonservierung angezeigt ist. Dazu kommt die Streichung aus der Liste des Umweltbundesamtes von 2017, für die keine öffentliche Begründung vorliegt. Und es gibt Kritik an der Wirksamkeit: Der Wasserexperte Dr. Michael Saefkow verweist in einem Interview bei CamperStyle auf wissenschaftliche Arbeiten, nach denen Silber gegen mehrere praxisrelevante Keime wie E. coli, Salmonellen, Pseudomonaden und Staphylococcus aureus unwirksam ist. Seine Kernaussage: Bei einem sauberen System mit gutem Wasserdurchlauf sei überhaupt keine Konservierung nötig.
Unsere Einschätzung
Ich halte Silberionen für ein brauchbares Werkzeug, aber nur mit klarem Kopf und in der richtigen Reihenfolge:
- Erst reinigen, dann konservieren. Silber in einen verschleimten Tank zu geben, ist Geldverschwendung.
- Nur dort, wo es einen Zweck erfüllt: Standzeiten über 1 bis 2 Wochen mit Wasser im Tank, warme Länder, unsichere Wasserquellen. Für die Nordsee im September brauchst du das nicht.
- Kein Wasser an Dritte abgeben, wenn du konserviert hast.
- Wer Bedenken hat, muss nicht konservieren. Es gibt die chemiefreie Variante, und die stelle ich dir weiter unten vor.
Entscheide das bitte selbst – wir liefern die Fakten, das Urteil bleibt bei dir.
Silbernetz: automatische Konservierung ohne Dosieren
Früher hatte ich das Silbernetz von WM aquatec im Tank. Für Standzeiten ist es immer noch die bequemste Lösung: ein kleines Gehäuse mit versilberten Perlen, das du einmal in den Frischwassertank legst und dann vergisst.
Der Wirkmechanismus beruht auf dem oligodynamischen Effekt: Bei Kontakt der versilberten Perlen mit sauerstoffhaltigem Wasser werden Silberionen freigesetzt. Diese positiv geladenen Ionen haften elektrostatisch an den negativ polarisierten Zellmembranen der Mikroorganismen. Dort lösen sie chemische Reaktionen aus, die zu Stoffwechselstörungen und Strukturschäden führen – die Keime werden vermehrungsunfähig und sterben ab.
Das Entscheidende daran: Die Dosierung regelt sich selbst. Das Netz gibt nur so lange Silberionen ab, bis die Sättigungsgrenze des Wassers erreicht ist. Laut Hersteller ist eine Überdosierung damit ausgeschlossen.
Praxistipps zum Einsatz
- Vor der ersten Nutzung kurz mit lauwarmem Wasser abspülen und durch die Reinigungs- oder Inspektionsöffnung in den Tank geben.
- Befestige es an einer Nylonschnur oder einem dünnen Kunststoffband, das du zwischen Tankdeckel und Gewinde nach außen führst. So kommst du auch bei schwer zugänglichen Tanks jederzeit wieder heran – wichtig für den Wechsel und die Einwinterung.
- Nach dem Befüllen das Wasser mindestens 10 Minuten in Bewegung halten und dann alle Hähne öffnen, damit das mit Silberionen beladene Wasser in alle Leitungen kommt.
- Geeignet für Tanks aus Kunststoff und Edelstahl. Andere Materialien können korrodieren.
- Die Konservierungsleistung gibt der Hersteller in Litern an, je nach Ausführung bis zu 40.000 Liter. Das Silbernetz Flex SIPA80 aus der Box unten schafft 5.000 Liter. Wechseln solltest du es laut Hersteller trotzdem einmal im Jahr, weil sich Kalk auf den Perlen ablagert und die Ionenabgabe bremst.
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DEXDA Complete: Desinfektion und Konservierung in einem
Wenn das Wasser nicht nur frisch gehalten, sondern erst einmal desinfiziert werden muss, ist das Silbernetz das falsche Werkzeug. Dafür gibt es DEXDA Complete* – und das ist das Produkt, das ich auf Reisen außerhalb Mitteleuropas dabei habe.
Es kombiniert zwei Wirkstoffe mit zwei unterschiedlichen Aufgaben:
- Natriumhypochlorit übernimmt die Desinfektion. Laut Hersteller wirkt es gegen Viren, Pilze, Bakterien und Legionellen.
- Silberionen übernehmen die Langzeitwirkung und schützen das Wasser laut Hersteller bis zu sechs Monate vor Wiederverkeimung.
Genau diese Kombination ist der Punkt: schnelle Wirkung gegen das, was schon drin ist, plus Schutz gegen das, was nachkommt. Dosiert wird mit Messbecher oder Tröpfchen-Einsatz. Die 120-ml-Flasche reicht laut Hersteller für bis zu 1.000 Liter. Geeignet ist es für Kunststoff- und Edelstahltanks.
Wichtig beim Umgang: Das Konzentrat ist kein harmloses Hausmittel. Es kann Metalle angreifen, reizt Haut und Augen und ist sehr giftig für Wasserorganismen. Und mit Säure entsteht ein giftiges Gas. DEXDA Complete kommt deshalb nie zusammen mit Zitronensäure in den Tank. Handschuhe tragen, nichts unverdünnt in die Umwelt kippen und genau nach Anleitung dosieren, nicht nach Gefühl.
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Die chemiefreie Variante: Aktivkohlefilter plus UV-C-Desinfektion
Und jetzt zu der Lösung, die für mich langfristig die sauberste ist: gar nichts ins Wasser geben, sondern es erst bei der Entnahme aufbereiten.
Im Expeditionsmobil haben wir ein solches System fest verbaut, ein sehr ähnliches Gerät eines anderen Herstellers. Als Beispiel zeige ich dir hier die Komplettlösung Wasserhygiene von WM aquatec. Sie kombiniert einen Aktivkohle-Vorfilter mit einer UV-C-LED-Desinfektion.
So funktioniert es:
- Der Aktivkohleblock direkt hinter der Pumpe hält Schmutzpartikel bis 10 Mikrometer zurück und adsorbiert Schadstoffe und Geschmacksstoffe – Chlor, Pestizide, Schwermetalle, Mikroplastik und Medikamentenrückstände. Er schützt gleichzeitig die nachgeschaltete UV-Einheit vor Schwebstoffen.
- Die UV-C-LED-Einheit aktiviert sich vollautomatisch bei jeder Wasserentnahme und desinfiziert Kalt- und Warmwasser im Durchflussverfahren. Der Hersteller gibt eine Entkeimungsleistung von bis zu 99,999 Prozent an, bei maximalem Durchfluss von acht Litern pro Minute noch 99,9 Prozent.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- keine Chemie im Tank – kein Silber, kein Chlor, kein Konservierungsmittel
- kein Lampenwechsel: Die UV-C-LED hält laut Hersteller rund 5.000 Betriebsstunden. Den Aktivkohlefilter musst du trotzdem alle 6 bis 12 Monate tauschen, Ersatz kostet rund 15 €.
- kein Geschmackseinfluss, im Gegenteil: der Aktivkohlefilter verbessert ihn
- unabhängig von der Wasserquelle – gerade auf Reisen außerhalb Mitteleuropas das stärkste Argument
- entwickelt und gefertigt in Deutschland